So will das Bundeslandwirtschaftsministerium vorgehen
Im Fernsehen, im Radio, in sämtlichen Zeitschriften und Zeitungen gab es erschreckende Neuigkeiten! Der Antibiotikum-Skandal rund um das deutsche Hähnchen-Fleisch beschäftigt die Medien derzeit, wie kaum ein anderes Thema. Auslöser des ganzen Aufsehens ist eine stichprobenartige Überprüfung des deutschen Bundes für Umweltschutz. Dieser hatte in der Hauptstadt Berlin zahlreiche Proben von Hähnchen-Fleisch aus verschiedenen Supermärkten genommen und in diesen besorgniserregende multiresistente Keime gefunden. Diese Keime gehen wiederum auf Rückstände von Antibiotika im Hähnchen-Fleisch zurück.
Hähnchen-Proben mit deutlichem Ergebnis
Da für die oben genannten Untersuchungszwecke lediglich zwanzig Hähnchen-Proben genommen wurden, dauerte es nicht lange bis erste Gegenstimmen aufkamen. So hieß es zum Beispiel von vielen Seiten, dass man von vornherein mehr Proben hätte nehmen müssen, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten. Schließlich würden in jedem Jahr schätzungsweise sechshundert-Millionen Masthähnchen für den Lebensmittel-Handel geschlachtet werden. Zwanzig Proben seien in Anbetracht dieser Massen daher von nicht hoher Bedeutung. Infolge dessen starteten das NRW-Verbraucherministerium so wie die Landesregierung ihre ganz eigenen Untersuchungen. Mit immer deutlicher werdenden Ergebnissen. So kam Ende des letzten Jahres heraus, dass von mehr als 15 Millionen untersuchten Tieren alarmierende sechsundneunzig Prozent von der Behandlung mit einem Antibiotikum betroffen waren.
Kontrollen erhöhen – Risiko senken
Verständlich, dass der Skandal rund um das Hähnchen-Fleisch in deutschen Supermärkten auch von Politikern immer häufiger diskutiert wird. Die Suche nach einer gut umsetzbaren Lösung, an der auch die Kommission von Europa arbeitet, läuft auf Hochtouren. Denn Fakt ist: An den lebensgefährlichen Keimen sterben in der EU auf ein Jahr gesehen immer noch viele tausend Menschen. Das Bundesministerium für die Landwirtschaft ist darum für vermehrte Kontrollen und ein Anwenden von Antibiotika in der Tiermedizin, das sich auf ein unerlässliches Minimum begrenzt. Auf diese Weise, so hofft das Bundeslandwirtschaftsministerium, kommt es zu dauerhaft gesenkten Keimwerten im Hähnchen-Fleisch. Folglich, so die Erwartungen, sinke auch das Risiko der Bevölkerung, sich mit multiresistenten Keimen zu infizieren. Darüber hinaus soll auch das Strafmaß für den Missbrauch von Medikamenten in der Tiermedizin und Landwirtschaft höher ausfallen. Dazu ruft zumindest Ilse Aigner, die derzeitige Bundeslandwirtschaftsministerin auf.
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